Zwischen Dr. Blödsinn und Schloss Heiligenhoven

Es ist November und die ersten Fröste verpassen der Natur ein winterliches Kleid. In der Eifel schneit es und im Sauerland gehen die ersten Skilifte in Betrieb. Das ist verflixt früh im Jahr, hindert uns aber nicht an Außenaktivitäten.

Tanja zuckt es in den Wanderbeinen, Spike sowieso. Der Himmel macht eine Niederschlagspause und verspricht den Wolkenvorhang aufzuziehen, damit Frau Sonne ihren Job machen kann.  Heute soll es nach Lindlar gehen, eine Region mit dem höchsten Sonnenanteil am heutigen Tag.

Von Lindlar auf den Hölzer Kopf

Die genauere Erkundung der wunderschönen Außenanlagen des Schloss Heiligenhoven heben wir uns für unsere Rückkehr auf. Wir starten also recht zügig auf unsere Tippeltour und so lassen wir das ausgedehnte Schlossgelände hinter uns, überquenren den Lennefer Bach, passieren einen einsam da liegenden Spielplatz und erreichen so schnell über Wirtschaftswege offenes Gelände, das tiefgefroren vor uns liegt.

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Wir haben solch ein Glück, die Sonne hat schon Kraft die Dunstschleier zu durchdringen, auch wenn die Wärme der vergangenen Sonnentage nicht mehr erreicht wird. Die letzten Herbstblätter an Baum und Busch, geben der Landschaft noch ein wenig Farbe, bevor sie den Winterfrösten endgültig zum Opfer fallen und der Wind sie herabwedelt.

Am Sportplatz vorbei ziehen wir unter erstaunlich leuchtenden Bäumen dahin, keine Ahnung welche Baumart im Herbst ein so hell gefärbtes Kleid trägt (tippe auf Ahorn). Auch die Schafe erregen meine Aufmerksamkeit, sind sie doch in fast perlmuttfarbenes Fell gewandet.

Lindlar – Gemeinde der Gläubigen

Der Turm der  evangelische Jubilate Kirche schaut vorwitzig über die Dächer Lindlars.

Den Namen erhält sie aufgrund ihrer  Inbetriebnahme am Jubilate-Sonntag 1956. Eine Kirche, und das erwähne ich aus aktuellem Anlass, die gebaut wurde, weil Ostvertriebene dieser Gemeinde zugewiesen wurden und damit die Anzahl der evangelischen Mitglieder um 2.000 Menschen erhöhte.

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Zeitreise_Lindlar (101)

Auffällig viele Fußfälle und Wegkreuze (rd. 300 sollen es sein) sind in Lindlar zu finden. Überall begegnete ich auf meinen Wanderungen diesen, überwiegend aus Grauwacke gestalteten, Symbolen des Glaubens.

Acht Kapellen, meist aus Dankbarkeit gestiftet und erbaut, umrunden Lindlar.

Wir besuchen Dr. Blödsinn

Da trödeln wir eher gelangweilt durch die Straßen Lindlars, würden doch so gerne Naturwege unter den Füßen spüren, da taucht dieses mehr als skurrile Gebäude vor uns auf.

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Haus Safari

Hier hat ein Liebhaber und Sammler von Kuriositäten ein privates Museum eröffnet. Wir sind nicht im Museum selber gewesen, haben uns „nur“ außen umgesehen und sind aus dem „Grinsen“ nicht raus gekommen. Dafür hat sich die etwas langweilige Wegeführung durch Lindlars Straßen echt gelohnt.

Wer einfach mal so vorbei schauen möchte:Haus Safari Georg Herrmann
Telefon: +49 (0)2266 6839 – Schützenstraße 26, 51789 Lindlar-Altenrath 

Vor und hinter dieser Hausnummer 26 ist alles ganz normal 😀

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Die Straße hinauf führt endlich in die Natur. Auf geschottertem Weg wandern wir, das wunderbare Wetter genießend, mit Blick in die sanften Wellen des bergischen Landes. Welch ein Genuss.

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Panoramaweg

Teile des Weges kenne ich aus voran gegangenen Wanderungen. Lindlar gehört zu einer meiner Lieblingswanderregionen im Bergischen Land. Ich war schon sehr oft hier!

Noch ziehen wir überwiegend unter freiem Himmel, nur ein kurzes Waldstück unterbricht diese göttlichen Weitblicke. DAS ist etwas für Auge und Seele…..

Tanja und ich, wenn wir denn mal unsere spannenden Alltagsgespräche unterbrechen, sind uns einig, die Entscheidung heute unterwegs zu sein, ist goldrichtig.

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Sonne gegen Frost

Wir passieren den Hölzer Kopf, die höchste Stelle unserer Tour.

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Die Gräser tragen noch die feine Schicht Raureif

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Nur diese Perspektive gelang – Fliegenpilz

Waldwege bunt gepolstert

Aber auch Wald ist wunderschön, wenn er sich so farbenprächtig zeigt. Vielleicht der letzte bunte Herbsttag. Etwas wehmütig denke ich an die blattlose Zeit in den kommenden Monaten.

Während mir diese Gedanken durch meinen krausen Kopf schleichen, trägt Tanja an irgendeinem ihrer Gedanken wohl auch etwas schwerer – die Haltung lässt es zumindest vermuten 😀

Spike hingegen, hat die Nase während unserer Walderkundung kaum vom Boden erhoben.

So mögen wir Landwirtschaft

Wir erreichen den Weiler Holz und schauen eine Weile den ausdauernd Heu fressenden Rindern zu, die nach hinten hin einen geräumigen Offenstall zur Verfügung haben. Ein kleiner Funke Hoffnung in der oft so brutalen Landwirtschaftswelt.

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Weiter durch herrlich wellige Landschaft nähern wir uns dem Campinplatz und damit der Gastwirtschaft „Bergisch Rhön“, die wir aber rechts liegen lassen und weiter unserem Wanderweg folgen, der mit bunt gemischten Wegesymbolen gespickt ist, denen wir aber zu keiner Zeit konsequent folgen können. Lindlar hat reichlich markierte Wanderrouten.

Unterheiligenhoven

In Unterheiligenhoven steht nicht nur die Dreifaltigkeitskapelle sondern auch ein Waldkindergarten, den wir uns natürlich genauer betrachten werden. Zunächst müssen wir aber dort hin wandern und das sieht so aus…….

Was wir übersehen haben sind die Reste der untergegangenen Burg Unterheiligenhoven aus dem 15. Jahrhundert. Sie hat nicht gerufen und wir haben nicht geschaut 😦

Aber den Waldkindergarten, den haben wir gefunden und finden ihn übereinstimmend „KLASSE!“

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Freut sich auf Kaffee…. 😉

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Nur mit Mühe in den Fokus bekommen, das Tierchen saß verflixt weit weg und ließ mir auch nicht sonderlich viel Zeit für den Schnappschuss

Es endet wo es begann, am Schloss Heiligenhoven. Wir sehen uns natürlich gründlich um. Der Schlosspark aus 1880 ist zu jeder Zeit einen kleinen Rundgang wert.

Das Schloss ist für mich ein Hingucker und deshalb besuche ich es immer wieder gern. Mir fehlt noch eine winterliche Begehung, mit Schneedecke selbstverständlich.

Die heutige Tour war eine wunderbare Herbstrunde, die auch gelegentliche Asphalt- oder Teerwege nicht im Erlebniswert zu mindern vermag. Der Auslauf tat uns Beiden gut und die 20.000 Worte, die uns Frauen täglich angeblich zur Verfügung stehen, haben wir locker ausgesprochen.

Die Tour habe ich im diesem Buch entnommen:

Das Oberbergische Land 

Die 21 schönsten Wanderungen zwischen Wupper und Agger von Peter Squenz

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10 Gedanken zu “Zwischen Dr. Blödsinn und Schloss Heiligenhoven

  1. Hallo Elke

    Wirklich toll deine Wanderung und wenn ich gaaaaanz ehrlich bin, mir fehlen gerade die Bäume 😀 Wenn ich allerdings den Herbst auf deinen Fotos sehe, kann ich mit Wald und Bäumen noch ein wenig warten. 😉

    Liebe Grüße, Klaus

  2. Dag Elke. Prachtige wandeling wij hebben enkele jaren terug ook in Lindlar gewandeld en een paar van de wandelingen gedaan, zeker een prachtige streek om te wandelen. Bedankt om je prachtige wandelingen met ons te delen.

    Wandelgroetjes uit Borgloon-België

  3. Hallo Elke, ganz tolle Weitblicke mit so blauem Himmel. Ich finde solche Ausblicke einfach immer wieder toll. Toll, dass du bei jedem Wetter wanderst. Unsere letzte war im Oktober, aber ich will unbedingt auch mal bei eisigen Temperaturen Wanderlust verspüren. LG Sigrid

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