Wir erobern den Rheinsteig – Etappe Kaub – Lorch

Mädelstour Frühjahr 2012
1. Etappe: St. Goarshausen – Kaub
2. Etappe: Kaub – Lorch (anschließend per Schiff nach Aßmannshausen)
3. Etappe: Aßmannshausen – Lorch

Nach unserem ausgiebigen Frühstück mit einer Extra Portion Kaffee für die Kaffeejunkies, geht es weiter auf unserer Rheinsteigwanderung. Der gestrige Tag hat natürlich seine Spuren hinterlassen, immerhin ist die Etappe St. Goarshausen Kaub das längste Wegstück auf dem Rheinsteig mit den meisten zu bewältigenden Höhenmetern.
Trotzdem, wir sind fit und munter und dieser zweite Tag ist für mich der schönste und unterhaltsamste gewesen. Soviel Gelächter, soviel gute Laune und herrlichste Landschaft. Wir müssen mit dem Herrn über uns einen richtig guten Deal gemacht haben, denn es gab rein gar nichts zu bemängeln.

Fotos zur Tour
Der Rhein im Frühdunst gegen 7:30 Uhr. Der blaue Himmel zeigt sich bereits und es verspricht ein herrlicher Sonnentag zu werden.

Wir beginnen unsere Wanderung mit einem kleinen Stadtrundgang und arbeiten uns dann über die Weinberge hinaus zur Burg Gutenfels. Diesen Weg hatte die Wirtin uns empfohlen um uns den steilen Asphaltanstieg zu Beginn der heutigen Etappe zu ersparen. Wir lieben Pfade, also sind wir diesem Vorschlag gerne gefolgt.

Die im Jahr 1220 als Burg Kaub erbaute Anlage zählt zu den bedeutendsten Bauwerken und beherbergt heute ein Hotel. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich

Auf dem Weg zur Burg stehen diese wunderschönen, gerade in Blüte stehenden Disteln. Welch ein Glück diese Tour in das Frühjahr gelegt zu haben. Die Natur zeigt sich von ihrer buntesten Seite.

Ein Kompliment an Iris, die mit scharfen und interessiertem Auge auch die kleinsten Tierchen in der Luft, am Boden, im Gebüsch und wer weiß wo gesehen hat. Hier hat sie in eine der Schießscharten der Burg ein brütendes Turmfalkenpärchen entdeckt, die ständig um die nötige Fütterung bemüht ein und ausflogen.
An dieser Stelle fällt mir ein, dass wir festgestellt haben eine tolle Truppe zu sein.
Jede von uns hatte ihre Besonderheiten und hat sich damit eingebracht und jede hat mit einer unglaublich guten Laune zum Gelingen unserer Drei-Tage-Tour beigetragen.

Sieht man doch, oder? Hach, ich könnte sofort wieder los.

Und hier an der Grenze nach Hessen, an einem Rastplatz, steht ein Grenzhäuschen mit einem Gästebuch. Der Landvogt informiert unter anderem über Besonderheiten der Region und bittet um pfleglichen Umgang mit dieser kleinen Einrichtung.Wie man unschwer erkennen kann hat irgend etwas dafür gesorgt, dass die Bauch- und Gesichtsmuskeln der Damen reichlich strapaziert werden und der Grund hierfür war, wie sollte es anders ein, TANJA.  Sie trainiert ja, wie wir alle, regelmässig im Fitnessstudio unseres Vertrauens ihre Muskeln und scheint heute ihr Krafttraining an dem Häuschen zu absolvieren, auf jeden Fall hätte sie es beinahe umgeschubst 🙂
Die Lachsalve, die diese Panne wieder ausgelöst hat, war weithin zu hören, Tränen der Verzweiflung flossen, weil wir uns einfach nicht mehr unter Kontrolle bekamen. Zu komisch war der Anblick.
Beim Schreiben bekomme ich gerade wieder einen Lachanfall.

Mitten in der Landschaft steht dieser Liegestuhl, der dann für weiteren Spaß sorgt. Damit wir hinterher sagen können wir wären nur alkoholbedingt so albern, gab es nun eine Rast am Weinausschank mitten in der Natur, nahe dem Grenzhäuschen.

Auch hier treffen wir auf super freundliche Wirtsleute, die einen seltenen, leider nicht fotografierten Hund der Rasse „alpenländische Dachsbracke“ besitzen. Gut, mal wieder ein Grund sich abzurollen, denn diese Rasse kannten wir noch nicht und eine Bracke ist unserer Erkenntnis nach ein Fisch. Rein mit dem Wein, das ist jetzt doch alles zu viel 🙂

Ich vertrage so gar keinen Alkohol, trinke auch sehr selten welchen. Das Aufstehen war mit extremen Orientierungsschwierigkeiten verbunden. Links und rechts waren irgendwie vertauscht, gut, dass das niemand fotografiert hat 🙂

Weiter geht´s auf dem Rheinsteig und bald haben wir wieder die Möglichkeit auf den Rhein zu schauen und Iris wird ganz versonnen bei dem Anblick. Wir alle staunen in regelmässigen Abständen über diese Schönheiten hier.

Die kleinen Kerlchen haben wir in großer Anzahl gesichtet. Die Sonne hat sie auf die Schieferplatten gelockt.
An dieser wundervollen Stelle haben wir eine ausgiebige Rast eingelegt. Traumhafter Ausblick und superlative Sitz- und Liegeflächen standen uns hierfür zur Verfügung und bald waren wir in einem vollkommen tiefenentspannten Zustand.
Gut eine halbe Stunde haben wir hier gerastet und uns weitere Kräfte für den Rest der Wanderung geholt.

Erfrischt und weiterhin gut gelaunt geht es weiter. Die Umgebung, das Wetter und das Gefühl gut miteinander zu können, geben uns weiter Grund uns so zu fühlen.

So langsam kommt Vorfreude auf einen köstlichen Eisbecher auf, den wir im vorläufigen Zielort Lorch zu verspeisen gedenken. Die inneren Bilder wurden von jeder eindeutig beschrieben, die besonderen Wünsche geäußert. Es war ja doch recht warm hier oben.

Und nach einer letzten mit leichten An-und Abstiegen versehenen Strecke erreichen wir Lorch. Das, was sich so auf den ersten BLick zeigt lässt uns frohlocken.

Nun auf zur nächsten Eisdiele und dazu befragen wir eine Einheimische und müssen erfahren und das erschüttert doch unser Vertrauen in die deutsche Städte und Wirtschaftsplanung, wir können hier Wein trinken bis zum umfallen, aber eine Eisdiele gibt es hier nicht. Das sollte nicht der letzte Kulturschock in diesem beschaulichen Dörfchen sein. Nach einem Ersatzeis (eben nicht italienisch) und einem Stück Kuchen für die völlig Frustrierten, erkundigten wir uns nach einem Taxi. Wir wollen ja nach Aßmannshausen.
„Nein, das gibt es hier nicht. Das müssen Sie aus Rüdesheim ordern“ „Das kann dauern, bis das hier ist.“ erklärt uns der nette Kellner.

Auf die Frage nach dem Bahnhof schickt er uns weit weit weg vom derzeitigen Standort.
Was nun? Wir waren schon etwas müde….nur etwas 😉

Also zahlen und ab zum Ticketschalter für die KD. Mal sehen ob die uns noch nach Aßmannshausen transportieren. SCHOCK, der gute Mann lässt gerade die Rolläden seines Schalters herunter. Ein letzter angestrengter Endpurt lässt uns im letzten Augenblick an der geöffneten Tür landen und der wirklich freundliche Herr dort, verkauft den vier wandernden Damen ein mit Rabatt versehenes Ticket für die letzte Fahrt zu unserem Schlafplatz.

Aufatmen und langsames Erklimmen der Brücke, die uns zum Schiffsanleger führt.

Ja Tanja, diese Stufen sind genormt 🙂

Warten am Schiffsanleger auf unser Schiff und es kommt einfach nicht. Es ist zum Verzweifeln, aber nirgendwo ist dieses Schiff der KD zu sehen. Mißtrauen kommt auf, ob die noch kommt? Was tun wir, wenn nicht? Ratlosigkeit, Panik…………..

Ist es das vielleicht????
Nein, falsche Richtung, ganz sicher ist es das nicht. Aber da unten, das ist es….endlich!

Wir geniessen diese Fahrt und freuen uns weder Zug noch Taxi gewählt zu haben. Der krönende Abschluß einer wunderschönen Wanderung.

Ein leckeres Abendessen, ein paar Gläser Wein und der Abend ist schnell vorbei. Wir fallen müde aber zufrieden in unsere Betten. Der zweite Tag ist viel zu schnell vorbei gegangen, aber ich denke er war auch für meine Mitwanderinnen der schönste der gesamten Tour.

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5 Gedanken zu “Wir erobern den Rheinsteig – Etappe Kaub – Lorch

  1. Pingback: Wanderteufel auf dem Rheinsteig | Fotografische Reisen und Wanderungen

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